Projekte

Aktionstage im Fichtelgebirge

Europark-Junior-Ranger im Fichtelgebirge und Erzgebirge unterwegs

Europark Junior-Ranger

Erstmals konnten Kinder im Sommer 2007 Europark-Junior-Ranger werden. Träger des grenzüberschreitenden Projektes ist die Gemeinde Mehlmeisel. Durch die finanzielle Unterstützung durch die Euregio Egrensis, die Oberfrankenstiftung sowie die Organisation Europark und den Freistaat Bayern war es möglich, bei insgesamt vier Aktionstagen auf deutscher und tschechischer Seite, Kindern aus dem Fichtelgebirge die Natur ihrer Heimat näher zu bringen.

Aktionstag am 1. August 2007 in Mehlmeisel

Von Winzlingen und Riesen – den Tieren des Waldes auf der Spur

JuniorRanger

Auf die Spuren der großen und kleinen Tiere des Waldes begaben sich die Junior-Ranger Fichtelgebirge rund um das Waldhaus Mehlmeisel. Mit selbstgebastelten Insektenstaubsaugern gingen die 13 Jungen und Mädchen zunächst im Boden auf die Jagd nach Tausendfüßlern, Ameisen, Spinnen und anderem Kleingetier. Dabei staunten die Kinder über die Vielfalt der Lebewesen, die so unbeachtet ihre für den Wald so wichtige Arbeit verrichten: sie zersetzen das Laub und machen so daraus wieder nährstoffreichen Humus. „Ohne diese Winzlinge könnte die großen Bäume gar nicht wachsen“, erklärten Förster Ronald Ledermüller, vom Waldhaus Mehlmeisel, und Praktikantin Christina Schneider den Junior-Rangern. Beeindruckt waren die Kinder vom hautnahen Treffen mit den größten Tieren, die in den Wäldern des Fichtelgebirges leben. Rothirsch Hansi ließ sich für eine Handvoll Futter gerne von den Jungen und Mädchen aus nächster Nähe betrachten. Bei der Wildschweinfamilie waren es vor allem die Frischlinge, die die Kinder ins Herz schlossen. Wie der Lebensraum beschaffen sein muss, damit sich Auerhühner im Fichtelgebirge wohlfühlen, erforschten die Kinder in einem Waldstück in der Nähe des Waldhauses Mehlmeisel. Die Lebensweise eines sehr seltenen Tieres, das gerne des Nachts durch die Wälder des Fichtelgebirges streift, lernten die Kinder schließlich so zu sagen aus eigener Erfahrung kennen: den Luchs. Bei spannenden Spielen schlüpften die Junior-Ranger in die Rolle dieser eleganten Katze. Sie versuchten – zumeist vergeblich - sich an „Rehe“ anzupirschen und lernten, wie man Luchsspuren von anderen Tierfährten unterscheiden kann.

Aktionstag am 3. August 2007 in Nagel

Bei Baumriesen und Wunderblumen des Fichtelgebirges

JuniorRanger

Wieviele verschiedene Baumarten im typischen Bergmischwald des Fichtelgebirges gehören, lernten die Junior-Ranger in Nagel kennen. Spielerisch lernten sie dabei auch, wie aus einem winzigen Baumsämling ein riesiger Baum erwächst. Natürlich gehören auch viele Tiere zum Bergwald. Luchs und Rehe, Wild- schweine und vor allem viele, viele winzige Bodentierchen gab es zu entdecken. Natürlich müssen Ranger auch die Spuren der Tiere lesen können. Wie man sich mit Karte und Kompass in der freien Natur orientieren kann zeigte den Kindern der Projektleiter Förster Ronald Ledermüller. Fleißig halfen die Junior-Ranger dabei mit, kleine Tannen, die für das Ökosystem im Bergwald sehr wichtig sind, vor Verbiss durch Wildtiere zu schützen. Am Nachmittag bereiteten die „Nagler Kräuterhexen“ den Kindern einen tollen Empfang auf der „Arche“ bei Reichenbach. Zusammen mit den kräuterkundigen Frauen erforschten die Junior-Ranger die reichen Vorkommen von wohltuenden Wildkräutern in den Hecken und Wiesen. Sie lernten, wie und was man aus diesen Pflanzen zubereiten kann und bekamen eine leckere Kräuterbrotzeit serviert.

Aktionstag am 10. August 2007 in Wunsiedel

Zur sagenhaften Felsenburg und den Königen der Lüfte

JuniorRanger

In Wunsiedel begaben sich die Junior-Ranger Fichtelgebirge auf eine sagenhafte Entdeckungstour durch das Felsenlabyrinth der Luisenburg bei Wunsiedel. Die Kinder folgten den Spuren, die ein „Moosweiblein“, eine typische Sagengestalt des Fichtelgebirges, in dem Felsengewirr versteckt hatte. Auf der Suche nach dem Schatz der Luxburg lernten die Kinder viele andere Sagengestalten des Fichtelgebirges kennen. Neu war für die meisten von Ihnen, dass einst tatsächlich eine Burg inmitten der Felsen gestanden hatte, von der nur noch vereinzelte Reste zu sehen sind. Begeistert und auch ein wenig stolz waren die Kinder als sie erfuhren, wie viele Könige und Königinnen diesen Landschaftsgarten bereits besucht haben. Auf dem Weg lernten sie auch „Wunderblumen“ des Fichtelgebirges kennen, wie den Siebenstern, das Johanniskraut und das geheimnisvolle Leuchtmoos. Bevor die Gruppe am Nachmittag eine Flugvorführung im Greifvogelpark auf dem Katharinenberg besuchte, erforschten die Junior-Ranger Zusammen mit Förster Ronald Ledermüller, vom Waldhaus Mehlmeisel, und Praktikantin Christina Schneider die Unterschiede zwischen dem Bergwald auf der Luisenburg und dem Laubmischwald auf dem Katharinenberg. Dabei lernten sie die verschiedenen Baumarten sowie einige besondere Waldbodenpflanzen kennen. Höhepunkt des erlebnisreichen Tages waren zum Abschluss die Flugkunststücke, die Falken, Bussarde und Adler vorführten. Zum Abschluss der Junior-Ranger-Aktionen fahren die Teilnehmer alle zusammen in die tschechische Stadt Bozi Dar, wo sie die Natur des Erzgebirges kennenlernen werden.

Aktionstag am 5. September 2007 in Bozi Dar / Tschechische Republik

Aktionstag am 5. September 2007 in Bozi Dar / Tschechische Republik

JuniorRanger

MEHLMEISEL/ BOZI DAR – Auf eine Entdeckungsreise ins benachbarte Tschechien begaben sich die „Junior-Ranger Fichtelgebirge“. Mit dem grenzüberschreitenden Projekt „Junior-Ranger Fichtelgebirge“, initiiert vom Waldhaus Mehlmeisel, sollte Kindern aus dem Fichtelgebirge zum einen die Natur der eigenen Heimat näher gebracht werden, zum anderen sollte aber auch ihr Interesse an Natur, Sprache, Land und Leuten im Nachbarland Tschechien geweckt werden. Bei drei Aktionstagen in Mehlmeisel, Nagel und Wunsiedel hatten die Kinder bereits die Natur im Fichtelgebirge genau erkunden können. Zusammen mit Förster Ronald Ledermüller vom Waldhaus Mehlmeisel und Praktikantin Christina Schneider erkundeten die Junior-Ranger zunächst die Natur rund um Mehlmeisels Partnergemeinde Bozi Dar im Erzgebirge. Natürlich hatten die Junior-Ranger sich auf ihren Besuch in Tschechien vorbereitet und begrüßten Bozi Dars Stadtförster Karel Picura mit einem herzlichen „Dobry den!“. Picura erklärte den Besuchern: „Bozi Dar ist die kleinste und gleichzeitig höchstgelegene Stadt in Tschechien.“ Auf 1048 m Meereshöhe liegt der kleine Ort, der seine Gründung dem Silberbergbau im 16. Jahrhundert verdankt. „Das ist ja fast genau so hoch wie der Schneeberg bei uns“, stellten die Junior-Ranger verblüfft fest. In dieser Höhe ist das Klima rau, wie die Junior-Ranger bei ihrem Besuch am eigenen Leib verspürten. Am Tag zuvor hatte es noch gute 5 Zentimeter geschneit. Nur ein Grad Celsius zeigte das Thermometer, als die Junior-Ranger zusammen mit ihren Betreuern die weiten Moore auf der Hochebene rund um Bozi Dar erkundeten. „Bis zu dreieinhalb Meter tief reichen die Torfschichten in unserem Moor. Es beherbergt eine Reihe ganz besonderer Pflanzen, wie etwa die Moorkiefern, die Zwergbirke, Rauschbeeren oder den Sonnentau“, erklärte Förster Karel Picura. Viele der Pflanzen wachsen auch in den Mooren des Fichtelgebirges, stellten die Kinder fest. Wie die tschechischen Namen dieser Pflanzen heißen, erklärte Karel Picura anhand von Informationstafeln. Und auch einige tschechische Worte, die man bei einem Besuch im Nachbarland gut gebrauchen kann, lernten die Kinder.

JuniorRanger

Schwer zu leiden hatten die Fichtenwälder im Erzgebirge in der Vergangenheit unter den Luftschadstoffen aus den Braunkohlekraftwerken. „Wir brauchen dringend mehr Mischbaumarten, damit unsere Wälder stabiler werden“, wünschte sich Förster Picura. Dass Mischwälder viel gesünder sind, hatten die Junior-Ranger aus dem Fichtelgebirge natürlich bereits gelernt. Als Gastgeschenk hatten sie deshalb kleine Buchen und Vogelbeerbäumchen mitgebracht. Unter der fachkundigen Anleitung der Förster pflanzten sie die Bäumchen aus dem Fichtelgebirge im Stadtwald von Bozi Dar ein. Darauf waren sie richtig stolz: „Jetzt haben wir dem Wald hier vielleicht ein bisschen geholfen.“ Nicht nur in der Natur fanden die Junior-Ranger viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Erzgebirge und dem Fichtelgebirge. Auch in der Geschichte haben beide Landschaften vieles gemeinsam. „Der Name Bozi Dar heißt auf deutsch übersetzt ‚Gottes Gab’“, erklärte Projektleiter Ronald Ledermüller.„Den gleichen Namen trägt ein mittelalterliches Bergwerk bei Neubau.“ Und auch der höchste Berg des Erzgebirges auf deutscher Seite, der von Bozi Dar nur einen Steinwurf weit entfernt liegt, heißt Fichtelberg.

JuniorRanger

Auf der Rückfahrt ins Fichtelgebirge machten die Junior-Ranger noch Halt im Moor Soos bei Franzensbad. Staunend durchstreiften die Kinder die urige, fremdartig wirkende Moorlandschaft mit ihren vielen Mineralquellen und blubbernden Gaslöchern.

 

Von der schönen und interessanten Landschaft im Nachbarland waren die Kinder nach dem Besuch begeistert. Und auch davon, dass sie ganz nebenbei ein paar Worte Tschechisch kennen gelernt hatten.

 

 

Finanziell unterstützt wurde das Projekt des Waldhauses Mehlmeisel von der Euregio Egrensis, der Oberfrankenstiftung und der Organisation Europark.

 

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Bildergalerie Europark Junior-Ranger

Europark Junior-RangerErleben Sie hier nochmals die schönsten Momente der schiedenen Aktionen des Europark Junior-Ranger Programms.

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